Jahresmitgliederversammlung in Uedem

Züchterehrungen und Springponysport

Dies waren zentrale Themen der Mitgliederversammlung des Kreispferdezucht-Vereins Kleve.

In der Dorfschule zu Keppeln konnten in der vergangenen Woche wieder zahlreiche Mitglieder des Kreispferdezucht-Vereins Kleve begrüßt werden, die der Einladung des Vorsitzenden Johannes Baumeister aus Kranenburg gefolgt waren.

Unter den Zuhörern fanden sich auch der Kreislandwirt Wilhelm Hellmanns sowie der Vorsitzende des Kreispferdesportverbandes Norbert Paeßens wieder. Sicher lag es auch an dem interessanten Fachvortag, dass so viele Teilnehmer erschienen waren, denn kein geringerer als der Bundestrainer der Springponyreiter Peter Teeuwen war als Referent geladen. Unter der Überschrift „Heutige Anforderungen an das Springpony – Die Entwicklung vom Fohlen bis zum ausgebildeten Springpony“ wurde sein Vortrag unter Punkt 7 der Tagesordnung angekündigt.

Zuvor hob die Kreistierzuchtberaterin Alexandra van de Flierdt im Geschäftsbericht des Jahres 2023 die besonderen züchterischen Erfolge der Mitglieder hervor. Bei den anschließenden Ehrungen wurden Urkunden für langjährige Mitgliedschaften des Rheinischen Pferdestammbuches durch deren Geschäftsführer Jörg Zahn überreicht. Mit dem goldenen Eichenlaub für 40-jährige Mitgliedschaft sowie erfolgreiche Reitpferde- und Ponyzucht wurde Marga van den Heuvel aus Uedem geehrt. Das silberne Eichenlaub für 25 Jahre Mitgliedschaft erhielten der Islandpferdezüchter Thomas Korff aus Straelen (in Abwesenheit) und Ernst-Jakob Schetters, Pferde- und Ponyzüchter aus Aldekerk. Herrn Heinz-Peter Honig aus Goch wurde die silberne Rehkrone für erfolgreiche Reitpferdezucht (Abteilung Springen und Dressur) überreicht. Für die Sporterfolge seiner Pferde sorgt mittlerweile seine Tochter Marie-Luise Nehnes. Auch der Wettener Albert van Husen erhielt die silberne Rehkrone für 25 Jahre Reitpferdezucht.

Für die Zucht ihrer Hannoveraner Prämienstuten wurden weitere Mitglieder geehrt. So erhielt Fiona Baumeister als neue Besitzerin der Stute „Venetia della mare“, die von ihrem Vater Johannes gezüchtet wurde, eine Urkunde des Hannoveraner Verbandes. Der Wankumer Andreas Pasch freute sich über die Urkunde seiner Hannoveraner Prämienstute namens Fräulein Christ, die nun im Besitz der ZG Nadine Winkel und Birgit Christ ist. Für die Hannoveraner Prämienstute „Duquesa“ erhielt die ZG Nehnes-Honig aus Goch ebenfalls eine Urkunde.

Mit der silbernen Plakette des FN erhielt die Zuchtgemeinschaft Nehnes-Honig aus Goch eine besondere Ehrung. Tobias Nehnes führt mit seiner Frau Marie-Luise die Rheinisch deutsche Kaltblutzucht seines leider schon verstorbenen Großvaters Franz Boes fort. Aus dieser Zucht gingen zahlreiche Staatsprämienstuten sowie gekörte Hengste (darunter auch Siegerhengste und Leistungsprüfungssieger) hervor.

Besonders gespannt waren die anwesenden Pferdezüchter nun auf den Vortrag des Springponytrainers Peter Teeuwen, der nicht nur Bundestrainer der Springponyreiter, sondern auch verantwortlich für die Altersklassen der Jungen Reiter (U21) und U25 sowie das Springtraining der ständigen Reiter am DOKR-Bundesstützpunkt ist. Am Beispiel des Springponys Cookie Dough 8 erläutert er, wie der Weg vom Fohlen zum erfolgreichen Springpony aussehen kann. Für den Züchter bedeutet das erst mal in eine professionelle Ausbildung zu investieren (sofern er Besitzer bleibt) und langen Atem zu haben, bis das Pony fertig ausgebildet in den Spitzensport einsteigen kann. Zur Absicherung des Züchters bedarf es hier konkreter vertraglicher Regelungen zwischen Züchter und Ausbilder/Reiter. Am Ende erreichen nur wenige Ponys den internationalen Spitzensport. Problematisch sieht der Bundestrainer zudem die Entwicklung der stark abnehmenden Anzahl an Ausschreibungen der Springponyprüfungen (-50% in Deutschland innerhalb der letzten 10 Jahre). Ebenso fehlt es an Kindern, die das Durchhaltevermögen haben, sich für den höheren Sport ausbilden zu lassen. Mit großem Applaus und intensiver Diskussion im Anschluss an den Vortrag schloss der Vorsitzende Johannes Baumeister die Versammlung mit den Worten: „Die Geburt eines gesunden Fohlens und die ersten Schritte bis zum Traben auf der Wiese miterleben zu können, ist mit Geld nicht zu bezahlen!“